LCD-Monitore

Über 90 Prozent unserer Umwelt nehmen wir visuell wahr – das Auge ist unserer leistungsstärkstes Sinnesorgan. Kein Wunder, dass also auch der Computer in erste Linie optisch mit uns „kommuniziert“. Während die Arbeit am PC ohne Lautsprecher für viele Aufgaben noch denkbar ist, wäre sie ohne einen angeschlossenen Monitor unmöglich. Dabei entwickeln sich Letztere mit fast ebenso rasanter Geschwindigkeit, wie die Rechensysteme selbst. Der aktuell verbreitetste Displaystandard ist der LCD-Monitor.

Funktionsweise eines „Liquid Crystal Display“ (LCD)
An im Gerät enthaltene Flüssigkristalle (liquid crystals) wird eine Spannung angelegt, die je nach Stärke deren Lichtdurchlässigkeit beeinflusst. Dazu ist eine Lichtquelle nötig, die die Kristallschicht von hinten beleuchtet – die sogenannte Hintergrundbeleuchtung. Als solche finden Leuchtstoff- und Kaltkathodenröhren bzw. in modernen Geräten auch LEDs Verwendung. Durch drei Farbfilter – jeweils für Rot, Grün und Blau – entstehen die Grundfarben, die in bestimmter Kombination miteinander alle übrigen Farbtöne entstehen lassen. Weiterhin wird das entstehende Licht noch von zwei Polarisationsfiltern beeinflusst, die die Kristallschicht mit den Filtern umschließt. Eine so aufgebaute einzelne Flüssigkristall-Zelle ist mit tausenden baugleichen Elementen auf dem LCD organisiert, wodurch in deren Zusammenspiel das endgültige, beim Betrachter ankommende Bild entsteht.

Größen und Auflösungen
Aufgrund des segmentartigen Aufbaus eines LCDs durch die Flüssigkristall-Zellen ist es möglich, die fertige Größe des Monitors in der Produktion relativ frei zu bestimmen. Derzeit sind Computerdisplays mit Bilddiagonalen von 15 bis 30 Zoll auf dem Markt erhältlich. Ältere Röhrenbildschirme – heute weitestgehend von LCD-Monitoren verdrängt – sind in solchen Größen nie gebaut worden, während man Plasmabildschirme hauptsächlich als Fernsehgeräte ab 42 Zoll fertigt.
Weiterhin sind Flüssigkristall-Anzeigen heute auch in der Lage – neben normalen Auflösungen von 1024×768 Pixeln - auch Full-HD darzustellen, wobei sich die Bildpunktanzahl auf 2560×1600 Pixel erhöht. Dabei handelt es sich jeweils um die nativen Auflösungen der Geräte, d.h. solche Auflösungen, die mit der jeweiligen Bauweise des Herstellers festgelegt worden sind. Eine andere Bildpunktanzahl als die angegebene Native kann zu einem Qualitätsverlust des Bildes führen. LCDs sind sowohl in normalen als auch in Breitbild-Formaten (16:9) verfügbar.

Spezielle Eigenschaften
Im Allgemeinen bestechen LCD-Monitore durch ein äußerst scharfes, flimmerfreies und kontrastreiches Bild. Mit durchschnittlich etwa 2-4 Lumen pro Watt haben sie zudem in Abhängigkeit zur Leistungsaufnahme eine doppelt so helle Anzeigefläche wie ein vergleichbarer Plasmabildschirm. Sie eignen sich daher auch für die Arbeit in sehr hellen Räumen und arbeiten mit geringerem Energieverbrauch. Einzig die Farbwiedergabe wirkt durch den Einsatz der Farbfilter weniger natürlich.
Sollte man den LCD-Monitor als Bildschirm für Computerspiele verwenden wollen, darf dieser keine Reaktionszeit haben, die länger als 19 Millisekunden ist, da es ansonsten zu Schlieren (Bewegungsunschärfe) bei der Bildwiedergabe kommen kann. Einige Geräte haben hier deutliche Defizite.
Etwaige Störfelder durch Stromleitungen beeinflussen den LCD-Bildschirm nicht. Viele Geräte verfügen außerdem über bereits integrierte Lautsprecher. In der Regel wird zum Anschluss ein DVI-D- bzw. D-Sub-Eingang verwendet – mehr und mehr auch ein HDMI-Anschluss. Wer solche Kabel nicht hat, dem hilft ein analoger VGA-Adapter.

Wirklich interessant für Besitzer eines PC-Systems mit einer leistungsstarken Geforce-Grafikkarte, sind die neuen LCD-Modelle mit 120-Hertz-Technologie. Mit einer zusätzlichen Shutterbrille von NVIDIA kommt so der 3D-Effekt, wie man ihn aus dem Kino kennt, auf den heimischen Bildschirm.